Schulkonzept

1. Ziele

Ermöglichen der Wiedereingliederung in den Schulalltag nach Beendigung der Reha-Maßnahme, indem ein möglichst reibungsloser Anschluss an den Unterricht in der Heimatschule gewährleistet wird

Wohlbefinden und Zufriedenheit der Schüler während des Aufenthaltes in der Klinik und im Unterricht sichern

Verbesserung des allgemeinen Zugangs zu schulischen Anforderungen z.B.

  • Erhalt und Ausbau einer positiven Lernmotivation
  • Abbau von Lernhemmungen und Leistungsängsten
  • Steigerung des Selbstbewusstseins
  • Schaffen eines Vertrauensverhältnisses zum Lehrer

Individuelles Fördern und Fordern durch Eingehen auf spezielle Fähigkeiten und Besonderheiten der Schüler, um realistisch erreichbare Bildungsziele anzustreben

Steigern von Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer, indem Symptomen von Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität entgegenwirkt wird

Förderung von Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Lernausgangslage

Herstellen eines angemessenen Sozialklimas durch Stärkung der Sozial- und Selbstkompetenz

  • Einhalten von Normen und Regeln
  • Förderung der Selbstständigkeit
  • Entwickeln der Fähigkeiten zu Kritik und Selbstkritik
  • Stärkung der Kommunikationsfähigkeit und Toleranz

2. Inhaltliche Gestaltung

Ausganspunkt der Arbeit ist der Schüler mit seinen Fähigkeiten, Neigungen und seinem individuellen Krankheitsbild

Lehr- und Lerninhalte orientieren sich am Lehrplan der verschiedenen Bundesländer, der Schulform und der Klassenstufe des Schülers, entsprechend den Vorgaben der Heimatschule

Bearbeitung der Aufgaben der Heimatschule zum Anschluss an die aktuellen Lerninhalte

Schwerpunktfächer sind Deutsch, Mathematik und 1. Fremdsprache (in der Regel Englisch) – bei Bedarf auch Lernangebote anderer Fächer

Gegebenenfalls Bearbeiten von regulär geplanten Kontrollen oder Tests der Heimatschule

Nach Möglichkeit Erarbeitung von neuen Lerninhalten und Lerntechniken unter Anleitung der Lehrer

Vielfältige Übungen und Anwendungen des bereits Gelernten

  • mit individueller Hilfe des Lehrers für einzelne Schüler
  • in selbstständiger Arbeit der Schüler
  • bei gegenseitiger Unterstützung der Schüler

Bei Bedarf Unterstützung mit zusätzlichem individuellem Lernmaterial

Arbeit am PC zur Stärkung der Medienkompetenz

Entwicklung des Schülerselbstkonzeptes, Eingehen auf individuelle Förderbedürfnisse in Absprache mit Ärzten, Therapeuten und Erziehern

Abbau von individuellen Widerständen aus dem biografischen Hintergrund der Schüler, z.B.

  • Schulphobie und Schulunlust
  • Ängste verschiedener Art
  • fehlendes Selbstbewusstsein

Aufarbeitung negativer Schulerfahrungen

Förderung von sozialen Kompetenzen

  • gegenseitige Hilfen ermöglichen
  • Toleranz gegenüber Anderen stärken
  • Kommunikationsfähigkeiten entwickeln
  • Möglichkeiten zu Kritik und Selbstkritik schaffen

Entwicklung bzw. Festigung von Lerntechniken, damit die Schüler erkennen,

  • was sie alles können
  • dass Lernen nicht weh tut
  • dass Schule Spaß machen kann
  • dass sie sich viel mehr zutrauen und an sich glauben können

Gestaltung von klassenstufenübergreifenden Projekten als Höhepunkte im Lernalltag

3. Unterrichtsorganisation

Grundprinzipien:

  • schulformübergreifend
  • klassenstufenübergreifend
  • fächerübergreifend

Individueller Unterricht in altersgemischten Gruppen

2 Stunden Unterricht pro Tag für jeden Schüler als Regelfall

Individuelle Anpassung des Stundenumfangs und variable Planung des Lehrereinsatzes

Ausführliches Aufnahmegespräch zur Erfassung der Lernausgangslage

Erstellen eines individuellen Arbeitsplanes für jeden Schüler nach Vorgabe der Heimatschule und individueller Möglichkeiten des Schülers

Angeleitete selbstständige Arbeit der Schüler auf Grundlage der Aufgabenstellung der Heimatschule, bei Grundschülern häufig Wochenpläne

Berücksichtigung der Hinweise von Eltern und Schülern

  • Anpassung an die Lernausgangslage
  • Individuelle Hilfe und Unterstützung durch die Lehrer
  • Führen eines Lernplanes/Lerntagebuchs durch die Schüler
  • Arbeit mit persönlichen Lernmitteln der Schüler aus den Heimatschulen
  • Bei Bedarf auch Nutzung von zusätzlichem Material
  • Werden keine Aufgaben der Heimatschule gestellt, wird nach dem Lehrplan des Landes Brandenburg unterrichtet
  • Möglichkeit, Arbeiten und Klausuren der Heimatschulen zu schreiben, um eine Bewertung im Schuljahr zu sichern (im Klinikunterricht selbst werden keine Noten erteilt)

Kontaktpflege mit den Heimatschulen besonders zur Wiedereingliederung nach dem Reha-Aufenthalt, sowie mit den Eltern in persönlichen Gesprächen oder telefonischen Kontakten

Auswertung der Schülerarbeit und stichprobenartige Korrektur der mündlichen und schriftlichen Leistungen

Einschätzung des Lern- und Sozialverhaltens in einem Zeugnis

Zusammenarbeit mit allen Teams der Klinik, besonders mit Ärzten, Therapeuten und Erziehern sowie Teilnahme an Visiten